Mutige Lösungen gegen den Fachkräftemangel
Der Fachkräftemangel ist kein plötzliches Phänomen mehr, sondern ein Dauerzustand – und damit längst Teil unseres Arbeitsalltags. Fast jede Branche spürt ihn – sowohl die Beratungsbranche als auch viele Ihrer Mandanten. Viele Unternehmen suchen händeringend, oft vergeblich. Dabei wird immer deutlicher: Neue Köpfe zu finden ist wichtig, reicht aber allein nicht aus. Mindestens genauso entscheidend ist die Frage, wie Sie und Ihre Mandanten vorhandene Fachkräfte länger einbinden, flexibler einsetzen und ihr Potenzial besser ausschöpfen können. Genau hier lohnt sich ein Blick auf neue und bewährte Lösungsansätze.
Ein spannender Ansatz ist dabei die sogenannte Aktivrente. Die Idee dahinter ist so simpel wie naheliegend: Wer auch im Rentenalter arbeiten möchte, soll das attraktiver und unbürokratischer tun können. Erfahrung, Wissen und soziale Kompetenz verschwinden schließlich nicht mit dem letzten offiziellen Arbeitstag. Im Gegenteil: Gerade ältere Fachkräfte sind oft verlässlich, gut vernetzt und sofort einsetzbar. Für Unternehmen kann das eine echte Entlastung sein – besonders dort, wo Know-how über Jahre aufgebaut wurde und nicht einfach ersetzt werden kann. Dr. Christian Sielaff überprüft anhand eines Praxisbeispiels ab , ob dieser Anreiz tatsächlich dazu führt, Menschen, die sonst nicht mehr beruflich tätig werden würden, zur Fortführung ihrer Beschäftigung zu motivieren.
Doch die Aktivrente allein wird den Fachkräftemangel nicht wegzaubern. Mindestens genauso wichtig ist eine aktive, flexible Personalarbeit im Hier und Jetzt. Personalverleih kann helfen, kurzfristige Engpässe zu überbrücken. Jobsharing eröffnet neue Möglichkeiten, qualifizierte Mitarbeitende zu halten, die keine klassische Vollzeitstelle wollen oder können. Und Altersteilzeit bietet einen gleitenden Übergang, von dem beide Seiten profitieren: Unternehmen verlieren ihr Personal nicht abrupt, Mitarbeitende können ihr Arbeitsleben planbar und wertschätzend ausklingen lassen. Jörgen Erichsen und Günter Walter liefern ab Ansätze und Ideen, wie sich Personal trotz schwieriger Auftragslage binden und halten lässt. Zusätzlich können Sie die neue NWB HAAAK-10762 in der NWB Datenbank abrufen.
Gemeinsam haben all diese Modelle eines: Sie setzen nicht auf das Entweder-oder, sondern auf kluge Zwischenlösungen. Sie erkennen an, dass Lebensläufe bunter werden und dass Flexibilität längst keine Einbahnstraße mehr ist. Für Sie und Ihre Mandanten heißt das, mutiger zu werden – und wegzukommen vom Ideal der einen, perfekten Besetzung.
Beste Grüße
Heiko Lucius
Fundstelle(n):
NWB-BB 5/2026 Seite 129
RAAAK-14528