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BBK Nr. 17 vom Seite 793

Umschlaghäufigkeiten – Welchen Nutzen haben sie und wie lassen sie sich verbessern?

Jörgen Erichsen

Mit Umschlaghäufigkeiten wird dargestellt, wie schnell z. B. Forderungen oder investiertes Kapital über den Umsatz wieder in den Betrieb zurückfließen. Umschlaghäufigkeiten gibt es für Forderungen, Vorräte, Kapital und kurzfristige Verbindlichkeiten. Grundsätzlich gilt: Je höher der Umschlag, desto besser, weil dann Geld schneller in den Betrieb zurückfließt und sich so Rentabilität und Liquidität verbessern. Niedrige bzw. schlechter werdende Umschlaghäufigkeiten gehen zulasten des Unternehmenserfolgs und es sollte geprüft werden, wie die Kennzahlen verbessert werden können. Probleme im Bereich der Umschlaghäufigkeiten deuten oft auf strukturelle, also dauerhafte Schwierigkeiten hin, etwa mit dem Forderungsmanagement oder der Produktqualität.

Der Beitrag zeigt, welche Umschlaghäufigkeiten es gibt, wie sie sich analysieren und bewerten lassen und wie mögliche Schwachstellen beseitigt werden können. Eine Excel-Arbeitshilfe unterstützt bei der Umsetzung.

Erichsen, Umschlaghäufigkeiten, Arbeitshilfe NWB DAAAJ-45210

I. Welche Umschlaghäufigkeiten gibt es?

Generell werden unter Umschlaghäufigkeiten bzw. Umschlagsgeschwindigkeiten Kenngrößen verstanden, die anzeigen, wie häufig bestimmte Untersuchungsobjekte in einem definierten Zeitraum umgeschlagen werden. Anders ausgedrückt geben Umschlagkennzahlen wichtige Hinweise auf die Dauer des „Wiedergeldwerdungsprozesses“ des im S. 794Betrieb gebundenen Vermögens. Umschlagkennzahlen zeigen auch, wie hoch der künftige Kapitalbedarf eines Unternehmens voraussichtlich ausfallen wird, wenn keine Verbesserungen vorgenommen werden.

Die Analyse von Umschlaghäufigkeiten findet sowohl im Rahmen der externen Bilanz- und Jahresabschlussanalyse als auch intern im Betrieb statt. Intern lassen sich auch unterjährig wichtige Hinweise auf eventuelle Mängel im Wertschöpfungsprozess aufdecken und es können zielgerichtet Verbesserungen umgesetzt werden.

1. Arten von Umschlaghäufigkeiten

[i]Mehrere Arten von Umschlaghäufigkeiten Für die Praxis besonders relevant sind die Umschlaghäufigkeiten

  • der Forderungen,

  • der Vorräte (ggf. getrennt nach Ein- und Verkaufsgütern),

  • der Kreditoren und

  • des (investierten) Kapitals.

2. Nutzen bzw. Aussage von Umschlaghäufigkeiten

[i]Verschiedenartiger Nutzen Umschlaghäufigkeiten zeigen Unternehmern und Controllern,

  • wie lange es im Mittel dauert, bis Kunden ihre Forderungen bezahlen,

  • wie lange Waren und Materialien im Schnitt gelagert werden, bis sie in der Produktion eingesetzt oder verkauft werden können,

  • wie lange es dauert, bis das eigene Unternehmen seine Lieferer bezahlt und

  • wie lange es durchschnittlich dauert, bis das im Unternehmen gebundene Kaptal (Eigen- und Fremdkapital) über den Umsatzprozess zurückverdient wird.

Umschlaghäufigkeiten sind also ein wichtiger Indikator, der anzeigt, wie viel Kapital wie lange im Betrieb gebunden und wie teuer diese Kapitalbindung ist.