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StuB Nr. 5 vom Seite 173

Zustandekommen und steuerliche Auswirkungen einer Einlagenrückgewähr für Privatanleger

Steuerfreie Dividende?

Dipl.-Kfm. Florian Schiefer und Dipl.-Kfm. Roland Quinten

Große deutsche Konzerne, wie die Deutsche Telekom AG und die Deutsche Post AG, werben seit Jahren bei Investoren mit der (zumindest temporären) Steuerfreiheit der von ihnen gezahlten Dividende für die Anleger. Dies ist auf die steuerliche Qualifikation der Ausschüttung als eine Einlagenrückgewähr gem. § 27 Abs. 1 Satz 3 KStG zurückzuführen. Aus Sicht der Anteilseigner stellt diese Rückgewähr des zuvor hingegebenen Kapitals keinen kapitalertragsteuerpflichtigen Vorgang dar. Stattdessen reduzieren sich die Anschaffungskosten der Beteiligung entsprechend. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht findet die Besteuerung, wenn überhaupt, nachgelagert statt.

Gehrmann, infoCenter, Körperschaftsteuer NWB LAAAB-14223

Kernfragen
  • Können Dividenden tatsächlich steuerfrei an Privatpersonen ausgeschüttet werden?

  • Welche Unterschiede ergeben sich bei der Qualifikation des Eigenkapitals zwischen Handels- und Steuerrecht?

  • Welche ertragsteuerlichen Auswirkungen resultieren aus einer Einlagenrückgewähr für einen Privatanleger?

I. Problemstellung

[i]Ott, Steuerliches Einlagekonto nach § 27 KStG und Einlagenrückgewähr, StuB 2012 S. 819 NWB FAAAE-20881 Hoffmann/Lüdenbach, NWB Kommentar Bilanzierung, 4. Aufl., Herne 2013, § 272 NWB FAAAE-25135 Mössner/Seeger, Körperschaftsteuergesetz Kommentar, Herne 2013 NWB IAAAE-24337Die deutschen DAX 30-Konzerne haben im Jahr 2012 zusammengenommen Dividenden i. H. von