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NWB-BB Nr. 4 vom Seite 117

Bankengespräche erfolgreich führen

Teil 9: Liquiditätskrise – Finanzierung in schwieriger Phase

Martin Dieter Herke

Ob Kapital für Investitionsvorhaben, Einrichtung eines Kontokorrentkredits oder die Beantragung von öffentlichen Fördermitteln: Eine gute Geschäftsbeziehung zu einem Kreditinstitut ist das Fundament jeder erfolgreichen Unternehmung. Der Grundstein wird durch das Bankengespräch gelegt. Als Berater können Sie Ihre Mandanten darauf vorbereiten und sie im Gespräch begleiten. Die Beitragsreihe „Bankengespräche erfolgreich führen“ gibt Ihnen hierzu das notwendige Rüstzeug. Das Besondere: Jeder Teil schließt am Ende mit einem anschaulichen, exemplarischen Bankengespräch. Dieses enthält zahlreiche Praxishinweise und versetzt Sie in die Lage, mögliche Argumente des Bankberaters schon bei der Gesprächsvorbereitung zu berücksichtigen. In Teil 9 geht es um ein Bankengespräch, das ein Mandant führt, der sich in der Liquiditätskrise befindet. Zusätzlich stehen umfangreiche Checklisten zu Bankengesprächen (NWB FAAAH-19437) zur Verfügung. Sie dienen als Navigationshilfe für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Banken.

Bankengespräche (Checklisten), NWB FAAAH-19437

I. Überblick über die Beitragsreihe

Die Beitragsreihe „Bankengespräche erfolgreich führen“ besteht aus neun Teilen und wird in aufeinander folgenden Heften veröffentlicht:


Tabelle in neuem Fenster öffnen
Bankengespräche erfolgreich führen
Teile der Beitragsreihe
Heftausgabe
Teil 1:
Zweitbankverbindung für ein bestehendes Unternehmen suchen und finden
Teil 2:
Kreditsicherheiten: Übersicherung vermeiden
Teil 3:
Liquidität sichern durch Kontokorrentkredit-Vereinbarungen
Teil 4:
Investitionsvorhaben finanzieren
Teil 5:
Bilanzgespräch führen
Teil 6:
Ratinggespräch führen (Hard Facts)
Teil 7:
Ratinggespräch führen (Soft Facts) und Warnsignale kennen
Teil 8:
Die Bank hat gekündigt – was tun?
Teil 9:
Liquiditätskrise: Finanzierung in schwieriger Phase

Download-Tipp

Mit den Checklisten zu Bankengesprächen steht Ihnen in der NWB Datenbank unter NWB FAAAH-19437 auf 16 Seiten eine umfangreiche Arbeitshilfe für den direkten Einsatz bei Ihren Mandanten zur Verfügung.

II. Liquiditätskrise: Symptome, Gründe und Verhaltensempfehlungen

Da Liquidität das Lebenselixier für Unternehmen darstellt, sollten Sie als Berater Ihr besonderes Augenmerk stets auf die Liquiditätslage Ihrer Mandanten richten. Gewiss gibt es noch viele andere wichtige Beobachtungsbereiche. Aber Fehler bei der Liquidität sind meistens existenziell.

1. Symptome einer Liquiditätskrise

Einfach ausgedrückt entsteht eine Finanz- bzw. Liquiditätskrise dadurch, dass Unternehmen zu geringe Einnahmen und zu hohe Ausgaben haben. Wird dadurch permanent die eingeräumte Kreditlinie „tangiert“, ist der Zustand einer Liquiditätskrise jedoch noch nicht erreicht. Ein Unternehmen befindet sich nämlich erst dann in einer Liquiditätskrise, wenn S. 118es nicht mehr selbständig finanziell handlungsfähig ist und nur noch mithilfe von außen seine Verpflichtungen erfüllen kann.

Die typischen Symptome einer (Liquiditäts-)Krise:

  • Der Umsatz sinkt,

  • die Bestände und die Außenstände steigen,

  • Forderungen werden zweifelhaft,

  • das Kreditlimit wird überzogen,

  • die Bilanzergebnisse sind schlecht,

  • das Eigenkapital nimmt ab,

  • die Bank will keine neuen Kredite mehr einräumen und fordert für die bestehenden Kredite zusätzliche Sicherheiten.

2. Gründe sind entscheidend

Entscheidend ist der Grund, weshalb das Unternehmen in die Liquiditätskrise geraten ist. Deshalb die wichtige Frage: Ist eine Finanzkrise hausgemacht oder fremd verursacht? Es macht nämlich einen bedeutenden Unterschied, ob

  • die Krise durch Managementfehler selbst verursacht wurde oder vielleicht durch den Konkurs eines Kunden und einem damit verbundenen größeren Forderungsausfall herbeigeführt wurde, oder

  • die eigene Branche in besonderem Maße unter speziellen Branchenproblemen oder einem allgemeinen Konjunktureinbruch leidet.

3. So sollten Sie sich als Berater verhalten

Die folgende Checkliste verdeutlicht, wie Sie und Ihre Mandanten sich in einer Liquiditätskrise richtig verhalten sollten: