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SteuerStud Nr. 11 vom Seite 641

Die Zinsschranke nach dem Wachstumsbeschleunigungsgesetz

Entwicklung, Voraussetzungen und Wirkweise

Niclas Stemplewski

Die Zinsschranke stellt eine der problemreichsten und praxisrelevantesten Regelungen im deutschen Unternehmenssteuerrecht dar, wie etwa die Ergebnisse einer Unternehmensbefragung zeigen, nach der die Zinsschranke das dominierende Reformthema darstellt. Ein vertieftes Verständnis der Zinsschranke ist sowohl aus ökonomischer als auch rechtlicher Sicht unerlässlich. Erschwert wird das Verständnis jedoch zum einen durch das komplexe System, zum anderen durch die stetigen Änderungen. Die gesetzliche Regelung wurde seit ihrer Einführung 2008 bereits drei Mal nachgebessert. Die ursprünglich verabschiedete Fassung kam dabei in Teilen – wie etwa die ursprünglich enthaltende Freigrenze i. H. von 1 Mio. € – nie zu ihrer Anwendung. Im Folgenden wird die Zinsschranke mit den durch die letzte Gesetzesänderung des Wachstumsbeschleunigungsgesetzes vom entstandenen Problemen näher dargestellt.

I. Einleitung

Die Zinsschranke soll durch die begrenzte Abzugsfähigkeit von Zinsaufwand die „übermäßige Fremdkapitalfinanzierung” und speziell die Verlagerung von Steuersubstrat in das Ausland verhindern. Gleichzeitig dient sie als Gegenfinanzierungsmaßnahme der ...