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BFuP Nr. 3 vom Seite 282

Verlustfreie Bewertung von Vermögensgegenständen des Vorratsvermögens und schwebenden Geschäftspositionen in Handels- und Steuerbilanz

Von Dr. Guido Patek, Hagen

Die Erfassung wertänderungsinduzierter Verluste aus bilanzierten Vermögens- und Schuldwerten sowie schwebenden Geschäften zählt zu den Kernfragen der handelsbilanziellen Rechnungslegung und der steuerlichen Gewinnermittlung. Mit der im Jahr 2009 erfolgten Bilanzrechtsmodernisierung wurden die in diesem Zusammenhang bestehenden Rechtsunsicherheiten um weitere Problempunkte erweitert. Für die Teilbereiche der Niederstwert- bzw. Teilwertbewertung von Vorratsgütern und der Passivierung bzw. Nichtpassivierung von Rückstellungen für Verluste aus schwebenden Absatz- und Beschaffungsgeschäften über derartige Güter deckt der vorliegende Beitrag Inkonsequenzen der handels- und steuerbilanziellen Rechtsetzung sowie der Rechtsauslegung durch die höchstrichterliche Finanzgerichtsbarkeit auf. Darüber hinaus werden Lösungsvorschläge für eine folgerichtige, prinzipienorientierte Regelwerksausgestaltung unterbreitet.

1 Einleitung

Seit der vor mehr als 50 Jahren verfassten und im Schrifttum vielzitierten Veröffentlichung von Helmut Koch zur „Problematik des Niederstwertprinzips” sollten die handelsbilanzzweckkonforme Ausdeutung des Verlustantizipationsprinzips hinlänglich bekannt und dessen folgericht...