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IWB Nr. 1 vom Seite 9 Fach 5 Frankreich Gr. 3 Seite 531

Die Grundpfeiler des französischen Bilanzrechts

von Prof. Dr. Karlheinz Küting, Dipl.-Kfm. David Altmeier, Dipl.-Kffr. Barbara Günther, Saarbrücken

Während das deutsche Bilanzrecht seine gesetzliche Kodifizierung im wesentlichen im Dritten Buch des HGB erfährt, sind die Vorschriften des französischen Bilanzrechts verstreut über verschiedene gesetzliche Regelwerke, darunter der Code de Commerce, der Plan comptable général, das Gesetz über Handelsgesellschaften von 1966 sowie die Dekrete no 83-1020 und no 67-236. Durch diese Vielzahl von gesetzlichen Bilanzrechtsquellen wird die Anwendung des französischen Bilanzrechts nicht erleichtert — eine Feststellung, die in besonderem Maße für den deutschen Rechtsanwender zutreffen wird, der sich nur gelegentlich mit dem französischen Bilanzrecht zu befassen hat. Zusätzlich erschwert wird der Einstieg in die Materie durch eine Vielzahl außergesetzlicher Rechtsquellen, insbesondere die sog. ”doctrine”. Ziel der nachfolgenden Ausführungen ist es daher, die Quellen des französischen Bilanzrechts aufzuzeigen und ihre jeweilige rechtliche Bedeutung herauszustellen.

I. Gesetzliche Quellen des französischen Bilanzrechts

1. Code de commerce und Dekret no 83-1020 vom

Durch das Gesetz no 83-353 vom 30. 4. 1983, die sog. ”loi comptable”, erfolgte die gesetzliche ...