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BFuP Nr. 6 vom Seite 554

Kommentar zum Beitrag: Das Spannungsverhältnis zwischen Dynamik und Stabilität bei der Rechnungslegungsregulierung: Fehlentwicklungen in der EU

Von Prof. Dr. iur. Dr. rer. pol. Christian Kirchner, LL.M. (Harvard), Berlin

1 Einführende Überlegungen

Regelungssysteme – handelt es sich um gesetzliche Regelungen oder Rechnungslegungsstandards – sind notwendigerweise unvollständig. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit ihrer Fortentwicklung durch dazu ermächtigte Instanzen, etwa Gerichte oder mit Auslegungsfragen befaßte Ausschüsse. Diese grundsätzliche Offenheit von Regelungssystemen konfrontiert die Adressaten der Regelungen mit dem Problem der Prognoseunsicherheit. Die damit verbundenen Nachteile sollen kompensiert – oder wenn möglich überkompensiert – werden durch die Vorteile der Fortentwicklung der Regelungen. Die Tragfähigkeit der Regelungen soll verbessert werden. Dies wird unter anderem durch den verbesserten Informationsstand zum Zeitpunkt der Normfortentwicklung im Vergleich zum Zeitpunkt der Normsetzung bewirkt.

Ob tatsächlich eine positive Bilanz zwischen solchen Vorteilen der Fortentwicklung und den Nachteilen der Prognoseunsicherheiten zu erwarten ist, hängt – unter anderem – davon ab, welche Metaregelungen es für die Fortentwicklung der betreffenden Regelungen gibt. Der Beitrag von Matthias Schmidt behandelt diese Problematik in bezug auf die Fortentwicklung von in europäisches Gemeinschafts...