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NWB-BB Nr. 5 vom Seite 139

Intelligente Konzepte zur Mitarbeiterbindung auch bei schlechter Auftragslage

Aktive Personalarbeit durch Personalverleih, Jobsharing und Altersteilzeit

Dipl.-Betriebsw. Jörgen Erichsen und Dipl.-Betriebsw. (BA) Günter Walter

Inzwischen mehren sich die Meldungen, dass Unternehmen aufgrund der schwierigen Auftragslage Probleme haben, Mitarbeiter zu halten. In dieser Situation reagieren viele Unternehmen mit Kurzarbeit. Doch Kurzarbeit hat verschiedene Nachteile für beide Seiten, etwa Entgelteinbußen oder Motivationsverlust durch Unterforderung bei längerem Anhalten der wirtschaftlichen Probleme. Der folgende Beitrag ist vor allem als Impuls gedacht und soll Ansätze und Ideen liefern, wie sich Personal trotz schwieriger Auftragslage binden und halten lässt. Da der Schwerpunkt auf der Maßnahme „Personalverleih“ gelegt wird, können Sie zusätzlich zum Beitrag die neue Arbeitshilfe „Personalverleih – Checkliste, NWB HAAAK-10762“ abrufen, die Sie bei dieser Maßnahme mit Fragen und zahlreichen Prüfpunkten unterstützt.

Personalverleih – Checkliste, NWB HAAAK-10762

Kernaussagen
  • Immer mehr Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen kämpfen mit der schwierigen Konjunktur und sinkenden Auftragseingängen; daraus resultiert u. a., dass zumindest kurz- und mittelfristig weniger Personal benötigt wird.

  • Viele Betriebe reagieren mit Kurzarbeit, um Personal nicht entlassen und später wieder voll beschäftigen zu können.

  • Doch Kurzarbeit hat Nachteile, u. a. finanzielle Einbußen für Beschäftigte, ein oft nicht unerheblicher bürokratischer Aufwand und eine mögliche Kürzung des Urlaubsgeldes.

  • Unternehmen sollten daher Alternativen prüfen. Beispielsweise können Mitarbeitende an Unternehmen mit weiter guter und künftig weiter steigender Auftragslage verliehen oder Teilzeitmodelle genutzt werden.

I. Hintergründe und Ausgangslage

In vielen Unternehmen verschlechtert sich die Auftragslage, und die Meldungen über anstehende Entlassungen oder Kurzarbeit mehren sich. Betroffen sind vor allem größere Firmen aus unterschiedlichen Branchen, etwa Automobilindustrie, Zulieferbetriebe, Maschinenbauer, Chemie oder Bauhauptgewerbe. Umgekehrt gibt es Unternehmen, denen es noch gut geht oder die in unsicheren Zeiten wachsen, etwa Rüstungsbetriebe und deren Zulieferer, in der IT oder im Gesundheitswesen. Zudem sind einige Unternehmen dabei, sich ein weiteres Standbein in aktuell sicheren Bereichen wie der Rüstungsindustrie, der Luft- und Raumfahrt oder der Medizintechnik aufzubauen.

In dieser wirtschaftlich schwierigen Situation stehen den Unternehmen verschiedene personelle Maßnahmen zur Verfügung.

  • Entlassungen: Diese haben u. a. den Nachteil, dass Unternehmen oft wichtiges Fachwissen verloren geht. Denn im Vorfeld bemühen sich Leistungsträger und besonders gute Beschäftigte um neue Arbeitsplätze. Wenn es dann wieder bergauf geht, fehlt qualifiziertes Personal, mit dem sich das künftige Wachstum gestalten lässt.

  • Kurzarbeit: Viele Betriebe setzen daher inzwischen lieber auf Kurzarbeit, um die Kosten zu senken und die Beschäftigten weiter im Unternehmen zu halten. Aber auch Kurzarbeit hat Nachteile. Beispielsweise haben die Mitarbeitenden Gehaltseinbußen, müssen damit rechnen, dass das Urlaubsgeld gekürzt wird und auch damit, dass die Rentenhöhe später niedriger ausfällt. Für Unternehmen entsteht ein oft erheblicher bürokratischer Aufwand, etwa für die Beantragung des Kurzarbeitergeldes. Vor allem länger andauernde Kurzarbeit führt häufig zur Demotivation der Belegschaft und gute Mitarbeitende suchen dennoch nach einem anderen Arbeitgeber.