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Bestands- und Logistikcontrolling erfolgreich in KMU einsetzen
Die wichtigsten Kennzahlen und Abläufe
In der heutigen globalisierten und dynamischen Wirtschaftswelt sind Unternehmen zunehmend darauf angewiesen, ihre logistischen Prozesse und ihre Bestandsführung effizient zu gestalten. Bestands- und Logistikcontrolling spielen hierbei eine entscheidende Rolle, indem sie die Überwachung, Steuerung und Optimierung dieser Prozesse ermöglichen. Durch ein gezieltes Controlling lassen sich nicht nur Kosten senken, sondern auch die Lieferfähigkeit verbessern und die Kundenzufriedenheit steigern. Der Beitrag gibt eine Einführung in das Logistikcontrolling. Zunächst werden die grundlegenden Konzepte und Ziele erläutert und im Anschluss daran die wesentlichen Kennzahlen vorgestellt, die für das Logistikcontrolling von Bedeutung sind. Diese Kennzahlen werden detailliert beschrieben, ihre Berechnungsformeln erläutert und ihre Zielsetzungen dargelegt. Sie erfahren damit, wie Unternehmen durch den gezielten Einsatz von Kennzahlen ihre Effizienz in der Logistik steigern und ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern können.
Kosteneffizienz steigern: Logistikcontrolling hilft Unternehmen, ihre Kostenstrukturen transparent zu machen und ineffiziente Prozesse zu identifizieren. Durch gezielte Maßnahmen können Transport- und Lagerkosten gesenkt werden, was besonders wichtig ist, um in einem wettbewerbsintensiven Markt rentabel zu bleiben.
Kundenzufriedenheit verbessern: Ein effektives Logistikcontrolling ermöglicht es, Lieferzeiten zu überwachen und zu optimieren. Dies führt zu einer zuverlässigeren und schnelleren Lieferung, was die Kundenzufriedenheit erhöht und langfristig die Kundenbindung stärkt.
Risikomanagement optimieren: Kleinere Unternehmen sind oft anfälliger für logistische Störungen, wie Lieferverzögerungen oder Bestandsengpässe. Logistikcontrolling hilft, solche Risiken frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen zu planen, um den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten.
Wachstum unterstützen: Durch die kontinuierliche Analyse und Optimierung logistischer Prozesse schafft das Logistikcontrolling eine solide Grundlage für zukünftiges Wachstum. Es ermöglicht kleineren Unternehmen, ihre Kapazitäten besser zu nutzen und sich flexibel an Marktveränderungen anzupassen, was entscheidend für nachhaltigen Erfolg ist.
I. Einführung in das Logistikmanagement
In Verbindung mit der Logistik wird oftmals der Begriff „Supply Chain Management“ (SCM) genannt. Die Begriffe sind eng miteinander verwoben und weisen sich teilweise überschneidende Aufgabenbereiche aus. Aufgrund dessen soll nachfolgend kurz die Abgrenzung der beiden Begriffe vorgenommen werden.
1. Supply Chain Management (SCM)
Supply Chain Management ist ein umfassenderer Ansatz, der die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt. Er umfasst nicht nur die Logistik, sondern auch die Integration und Koordination aller Aktivitäten, die an der Produktion und Lieferung eines Produkts beteiligt sind – von der Beschaffung der Rohstoffe bis zur Lieferung des Endprodukts an den Kunden. SCM beinhaltet:
Strategische Planung der gesamten Lieferkette,
Lieferantenmanagement,
Produktionsplanung und -steuerung,
Bedarfsplanung,
Risikomanagement in der Lieferkette,
Kundenbeziehungsmanagement.
SCM betrachtet die gesamte Lieferkette als ein Netzwerk von Organisationen, das koordiniert und optimiert werden muss, um Wettbewerbsvorteile zu erzielen und den Wert für den Endkunden zu maximieren.S. 144
Ausgangspunkt ist die Betrachtung der gesamten Prozesskette und nicht nur isoliert das eigene Unternehmen. Es sollen durchgängige, effiziente und flexible Prozesse unter Einbeziehung von Kunden, Lieferanten und Dienstleistern geschaffen werden. Mit dem SCM sind alle an einer solchen Prozesskette Beteiligten auf die Kundennachfrage auszurichten. Nur durch eine gute Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten können die Prozesse systematisch miteinander verzahnt und optimiert werden. Das SCM bietet somit die Chance, die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Wertschöpfungskette zu erhöhen und Kostensenkungspotenziale zu identifizieren, die dem einzelnen Unternehmen allein nicht zugänglich sind. Dies bedingt eine partnerschaftliche Zusammenarbeit aller Beteiligten.