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IK Nr. 9 vom Seite 2
Ausbildung und Beruf

Die mündliche Ergänzungsprüfung – die „zweite Chance“

Nadine Jungfleisch

Rawpixel.com©stock.adobe

Nicht immer läuft in der Abschlussprüfung alles nach Plan – manchmal fehlen leider ein paar Punkte zum Bestehen. Genau hier setzt die mündliche Ergänzungsprüfung an: Sie bietet Prüflingen eine zweite Chance, das Ruder doch noch herumzureißen und die Abschlussprüfung erfolgreich zu meistern. In diesem Artikel erfährst Du, wann eine münd- liche Ergänzungsprüfung möglich ist, wie sie abläuft und was Du bei der Vorbereitung beachten solltest.

Wann ist eine mündliche Ergänzungsprüfung möglich?

Die Abschlussprüfung der Industriekaufleute findet in „gestreckter Form“ statt. Das bedeutet, dass die Prüfung aus zwei Teilen besteht, die zeitlich auseinander liegen. Teil 1 findet etwa 18 Monate nach Beginn der 3-jährigen Ausbildung statt, Teil 2 zum Ende der Ausbildungszeit. Wichtig ist, dass beide Teile in das Gesamtergebnis der Abschlussprüfung einfließen und sich somit auf das Bestehen auswirken. Alle wichtigen Informationen zur Abschlussprüfung findest Du in der Ausbildungsverordnung der Industriekaufleute.

Die Abschlussprüfung gliedert sich in folgende Prüfungsbereiche:

Der 1. Teil der Abschlussprüfung findet im Prüfungsbereich Leistungserstellung, Logistik, Beschaffung und Buchhaltung statt (vgl. § 8 der Verordnung).

Der 2. Teil der Abschlussprüfung umfasst die folgenden Prüfungsbereiche (vgl. § 10):

  • Marketing, Vertrieb, Personalwesen und kaufmännische Steuerung und Kontrolle,

  • Wirtschafts- und Sozialkunde und

  • die Fachaufgabe im Einsatzgebiet.

Mit Ausnahme der Fachaufgabe im Einsatzgebiet werden alle Prüfungsbereiche schriftlich abgeprüft. Der Prüfungsbereich Fachaufgabe im Einsatzgebiet wird häufig auch als „mündliche Prüfung“ bezeichnet. Für diese Prüfung musst Du in Deinem Ausbildungsbetrieb eine komplexe berufstypische Fachaufgabe durchführen und darüber sowohl eine Dokumentation als auch eine Präsentation erstellen, über deren Inhalt Du dann mit dem Prüfungsausschuss Dein Fachgespräch führst. Dieses Fachgespräch ist ein normaler Bestandteil der Abschlussprüfung und darf nicht mit der mündlichen Ergänzungsprüfung verwechselt werden.

Um die Abschlussprüfung zu bestehen, musst Du im Gesamtergebnis aus Teil 1 und Teil 2 mindestens 50 Punkte, also ausreichende Leistungen, erzielt haben. Die einzelnen Prüfungsbereiche werden jedoch unterschiedlich gewichtet (vgl. § 14 Abs. 1 der Verordnung):

  • Leistungserstellung, Logistik, Beschaffung und Buchhaltung mit 25 %

  • Marketing, Vertrieb, Personalwesen und kaufmännische Steuerung und Kontrolle mit 35 %

  • Fachaufgabe im Einsatzgebiet mit 30 %

  • Wirtschafts- und Sozialkunde mit 10 %.S. 3

Laut § 14 Abs. 2 ist die Abschlussprüfung bestanden, wenn die Prüfungsleistungen – auch unter Berücksichtigung einer mündlichen Ergänzungsprüfung nach § 15 – wie folgt bewertet worden sind:

  1. im Gesamtergebnis von Teil 1 und Teil 2 mit mindestens „ausreichend“,

  2. im Ergebnis von Teil 2 mit mindestens „ausreichend“,

  3. in mindestens zwei Prüfungsbereichen von Teil 2 mit mindestens „ausreichend“ und

  4. in keinem Prüfungsbereich von Teil 2 mit „ungenügend“.

Hast Du also in jedem einzelnen Prüfungsbereich mindestens 50 Punkte erzielt und somit eine 4 geschafft, hast Du die Prüfung bestanden.

Hast Du jedoch in einem der schriftlichen Prüfungsbereiche von Teil 2 eine 5 geschrieben (also zwischen 30 und 49 Punkten erzielt), kann unter bestimmten Voraussetzungen eine mündliche Ergänzungsprüfung stattfinden, um die Abschlussprüfung doch noch zu bestehen. Bei einer 6 (das heißt weniger als 30 Punkte) in einem Prüfungsbereich von Teil 2 ist die Prüfung nicht bestanden. Eine mündliche Ergänzungsprüfung ist in diesem Fall nicht möglich.

Die mündliche Ergänzungsprüfung ist in § 15 der Verordnung geregelt und nur in einem der folgenden Prüfungsbereiche möglich (vgl. § 15 Abs. 2):

  • Marketing, Vertrieb, Personalwesen und kaufmännische Steuerung und Kontrolle oder

  • Wirtschafts- und Sozialkunde.

Beachte

Für den 1. Teil der Abschlussprüfung gibt es laut Verordnung keine Möglichkeit einer mündlichen Ergänzungsprüfung, auch wenn Du in diesem Prüfungsbereich zwischen 30 und 49 Punkten (also eine 5) erzielt hast. Gleiches gilt auch für die Fachaufgabe im Einsatzgebiet. Eine mündliche Ergänzungsprüfung ist ebenfalls nicht zulässig, wenn Du lediglich Deine Note in einem bestimmten Prüfungsbereich verbessern möchtest – z. B., um anstelle einer 3 eine 2 auf dem Zeugnis zu erreichen.

Wenn eine mündliche Ergänzungsprüfung zum Bestehen der Abschlussprüfung erforderlich ist, wirst Du üblicherweise von Deiner zuständigen IHK nach der Bewertung der schriftlichen Prüfungsbereiche darüber informiert. In der Regel musst Du die mündliche Ergänzungsprüfung auch schriftlich bei Deiner zuständigen IHK beantragen (vgl. § 15 Abs. 1).

Wie läuft die mündliche Ergänzungsprüfung in der Regel ab?

Üblicherweise findet die mündliche Ergänzungsprüfung im Anschluss an Dein Fachgespräch statt. Es gibt in der Regel keinen gesonderten Termin. Manchmal wird jedoch zwischen Fachgespräch und mündlicher Ergänzungsprüfung eine kurze Pause gemacht.

Die mündliche Ergänzungsprüfung dauert 15 Minuten. Während dieser Zeit stellt Dir der Prüfungsausschuss „querbeet“ Fragen aus Deinem jeweiligen Prüfungsbereich. Das bedeutet, dass im Prüfungsbereich Marketing, Vertrieb, Personalwesen und kaufmännische Steuerung und Kontrolle Fragen aus jedem einzelnen Themenbereich gestellt werden können. Die Fragen werden ausschließlich mündlich gestellt. Deswegen hast Du auch keine Vorbereitungszeit, sondern musst die Fragen direkt beantworten. Auch im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde gibt es keine Themeneinschränkung.

Ist die Prüfungszeit vorüber, wirst Du gebeten, kurz den Prüfungsraum zu verlassen, damit sich der Prüfungsausschuss über das Ergebnis beraten kann. Im Anschluss teilt Dir der Ausschuss üblicherweise direkt mit, ob Du die mündliche Ergänzungsprüfung bestanden hast.

Wie kannst Du Dich auf die mündliche Ergänzungsprüfung vorbereiten?

Da die Prüfungszeit von 15 Minuten doch recht knapp bemessen ist, solltest Du bei Deinen Antworten möglichst zügig auf den Punkt kommen, ohne „um den heißen Brei herumzureden“. Verwende, wenn möglich, passende Fachbegriffe und präzise Definitionen oder Erklärungen. Kannst Du eine Frage nicht beantworten, solltest Du dies direkt sagen, damit der Prüfungsausschuss zur nächsten Frage überleiten kann.

Halte Dich nicht zu lange bei einem Thema auf, bei dem Du Dir nicht wirklich sicher bist und dass Du womöglich nicht richtig beantworten kannst. In einem solchen Fall ist ein Themenwechsel häufig besser, damit Du Deine Stärken zeigen kannst. Je mehr unterschiedliche Fragen gestellt werden können, desto höher sind Deine Chancen auf ein zufriedenstellendes Ergebnis. Jede zusätzliche Frage bietet Dir die Möglichkeit, durch eine richtige Antwort Dein Ergebnis zu verbessern. Dadurch kannst Du vorhandene Schwächen ausgleichen und bei neuen Fragen (evtl. auch aus einem anderen Themengebiet) punkten.S. 4

Hast Du eine Frage nicht richtig verstanden oder den Faden verloren, sprich das offen an und bitte einfach um eine Wiederholung oder Klärung. Falls Du die perfekte Antwort nicht genau weißt, teile ruhig Dein Teilwissen mit – das wird häufig positiv bewertet. Es ist oft besser, ehrlich zu sagen, dass Du nur einen Teil der Antwort kennst, anstatt lange zu raten oder der Frage permanent auszuweichen.

Aufgrund der großen Themenvielfalt solltest Du Dich gründlich auf die mündliche Ergänzungsprüfung vorbereiten. Um einen Überblick über mögliche Prüfungsthemen und daraus resultierende Fragen zu erhalten, ist ein Blick in den Ausbildungsrahmenplan oder den IHK-Prüfungskatalog sinnvoll. Schau Dir noch einmal die infrage kommenden Themen in den Unterlagen aus der Berufsschule und in Deinen Lehrbüchern genau an. Ebenfalls lohnt es sich, sich das Inhaltsverzeichnis einmal näher anzuschauen: Es bietet Dir nicht nur eine ausführliche Themenübersicht, sondern hilft Dir, strukturiert und zielgerichtet durch den Lernstoff zu gehen und nichts Wichtiges zu übersehen.

Lerne wichtige Fachbegriffe, Definitionen und Gesetze auswendig und präge Dir zentrale Formeln sowie Kennzahlen gezielt ein. Karteikarten oder Eselsbrücken helfen Dir bei Begriffen, die Du Dir nicht so gut merken kannst. Erstelle ebenfalls Mindmaps und Übersichtslisten, um Zusammenhänge und Strukturen in den Lernthemen zu erkennen und darzustellen.

Überlege bei der Vorbereitung auch noch einmal, welche Themen Dir bei der schriftlichen Prüfung besonders schwergefallen sind. Nutze die Zeit, um vorhandene Wissenslücken gezielt zu schließen und wiederhole besonders schwierige Themen systematisch, um sie sicher zu beherrschen.

Wenn Du nicht nur aus Büchern und Mitschriften lernen willst, kannst Du auch unterschiedliche Lernmedien nutzen. Schau Dir Erklärvideos oder Tutorials (z. B. auf YouTube) an und/oder nutze Online-Lernportale und E-Learning-Kurse, um Dein Wissen interaktiv zu festigen. Auch Podcasts oder Hörbücher sind eine gute Möglichkeit, um unterwegs zu lernen und Fachbegriffe zu wiederholen. Vielen Menschen fällt es leichter, wenn sie nicht allein lernen müssen. Vielleicht findest Du einen Lernpartner, mit dem Du gemeinsam lernen kannst, oder Du suchst eine Lerngruppe in einem Online- Forum. Wichtig ist hierbei allerdings, dass Du Dich mit Deinem Lernpartner wirklich auf die Lerninhalte konzentrierst und ihr Euch nicht gegenseitig ablenkt.

Da es sich bei der mündlichen Ergänzungsprüfung um ein Prüfungsgespräch handelt, lohnt es sich besonders, diese Gesprächssituation im Vorfeld intensiv zu trainieren. Am besten stellst Du die Prüfungssituation gemeinsam mit einem Lernpartner, also einem Azubi- bzw. Arbeitskollegen, Mitschüler oder Ausbilder nach, wobei Dein Gegenüber die Rolle des Prüfers übernimmt. Mithilfe einer solchen Prüfungssimulation gewöhnst Du Dich an typische Fragen, das freie Sprechen und den Umgang mit Prüfungsstress. Trainiere auf diese Weise möglichst unterschiedliche Themenbereiche und arbeite gezielt an fachlichen Schwächen. Bitte Deinen Simulationspartner zum Schluss der Übung um ein ehrliches Feedback zu Deinen Antworten, um einen Eindruck von Deinem Wissen und Deinem Lernerfolg zu erhalten. Besonders hilfreich ist auch, Prüfungsfragen unter Zeitdruck zu beantworten – so lernst Du, Dich gezielt auf das Wesentliche zu beschränken und Dein Wissen kurz und prägnant auf den Punkt zu bringen.

Bei Deiner Vorbereitung solltest Du auch die mentale Komponente nicht vergessen. Für viele Prüflinge bedeutet die mündliche Ergänzungsprüfung besonderen Stress, da der Misserfolg in dem schriftlichen Prüfungsbereich zu Verunsicherung und Selbstzweifeln führt. Der Gedanke, dass die Ergänzungsprüfung somit die „letzte Möglichkeit“ ist, das Ausbildungsziel doch noch zu erreichen, erhöht den Leistungsdruck und die Angst vor dem endgültigen Scheitern. Oft betrifft die Ergänzungsprüfung auch genau den Prüfungsbereich, in dem ohnehin schon thematische Unsicherheiten oder besondere Schwierigkeiten bestehen. Auch der bewusste (oder unbewusste) Vergleich mit den Prüflingen, die die schriftlichen Bereiche bestanden haben, erhöht die Belastung. Diese Situation verstärkt die Versagensangst und führt schnell zu Nervosität oder zu Zweifeln am eigenen Können.

Um Stress abzubauen und Dich mental auf die Ergänzungsprüfung vorzubereiten, haben sich folgende Techniken und Strategien als hilfreich erwiesen:

  • Positive Selbstgespräche helfen Dir, Dich daran zu erinnern, was Du bereits geschafft hast. Rede Dir (in Gedanken oder auch laut, wenn Du allein bist) gut zu. Sage Dir beispielsweise „Ich habe mich gut vorbereitet. Ich werde die Ergänzungsprüfung schaffen.“

  • Auch die Anwendung von Entspannungstechniken wie Atemübungen, progressive Muskelentspannung, autogenes Training oder Meditation können Dein Stresslevel senken und Dir helfen, Dich besser auf die Lerninhalte zu konzentrieren.S. 5

  • Visualisiere zusätzlich Deinen Prüfungserfolg: Stelle Dir die Prüfungssituation gedanklich vor und sieh Dich selbst, wie Du ruhig und sicher auf die Fragen der Prüfer antwortest und die Prüfung souverän bestehst. Erlebe in Deiner Vorstellung, wie du mit Selbstvertrauen und Gelassenheit durch die Prüfung gehst und am Ende das Gefühl des Erfolgs genießt.

  • Vergiss beim Lernen nicht, regelmäßig Pausen zu machen: Kurze Auszeiten helfen Dir, den Kopf freizubekommen, Dich zu regenerieren und wieder neue Energie zu schöpfen.

  • Wenn Du unter Prüfungsangst und Erfolgsdruck leidest, ist es auch hilfreich, mit anderen über Deine Sorgen und Ängste zu sprechen. Ob Freunde, Familie, Mitschüler oder Kollegen – ein vertrauliches Gespräch hilft oft, Druck abzubauen und neue Perspektiven zu gewinnen. Häufig zeigt sich dabei: Viele Deiner Gesprächspartner kennen ähnliche Ängste aus eigener Erfahrung und können Deine Gefühle gut nachvollziehen. Vielleicht bekommst Du sogar wertvolle Tipps, wie andere mit Stress umgehen. Besonders wichtig ist zu spüren, dass Du mit Deinen Sorgen nicht allein bist – schon das gemeinsame Gespräch stärkt das Gefühl von Unterstützung und Zusammenhalt.

  • Wenn die Prüfungsangst sehr stark ausgeprägt ist und du spürst, dass der Druck Dich überwältigt, solltest Du nicht zögern, Dir professionelle Unterstützung zu holen.

  • Fällt es Dir eher schwer, Dich zum Lernen zu motivieren, Dich zu konzentrieren oder strukturiert zu arbeiten, kann die Unterstützung durch einen Lerncoach oder Lerntherapeuten sehr hilfreich sein.

Welche Themen können in der mündlichen Ergänzungsprüfung abgefragt werden?

Beachte

Die folgenden Themeninhalte und Aufgaben sind lediglich Beispiele und stellen nur eine kleine Auswahl von möglichen Fragen in der mündlichen Ergänzungsprüfung dar.

Mögliche Fragen aus dem Bereich Marketing

  • Was versteht man unter Marketing?

  • Unterscheiden Sie die Begriffe Marktanalyse, Marktbeobachtung und Marktprognose.

  • Erläutern Sie die Begriffe Primär- und Sekundärforschung und geben Sie jeweils ein Beispiel.

  • Nennen Sie die vier Marketinginstrumente.

  • Was versteht man unter Sales Promotion?

  • Nennen Sie drei Werbegrundsätze.

  • Welche Bestandteile hat ein Werbeplan?

  • Wie können Sie überprüfen, ob sich eine Werbemaßnahme wirtschaftlich lohnt?

Mögliche Fragen aus dem Bereich Vertrieb

  • Was versteht man unter einer Reklamation?

  • Wie gehen Sie mit einer Kundenbeschwerde um?

  • Nennen Sie drei Maßnahmen, mit denen Sie die Kundenzufriedenheit im Unternehmen messen (steigern) können.

  • Was versteht man unter einem CRM-System?

  • Welche Maßnahmen kennen Sie, um die Kundenbindung zu stärken?

Mögliche Fragen aus dem Personalwesen

  • Wie wird der Personalbestand ermittelt?

  • Was versteht man unter einer Arbeitgebermarke und welche Rolle spielt sie bei der Personalgewinnung?

  • Unterscheiden Sie interne und externe Personalbeschaffung und nennen Sie jeweils zwei Vor- und Nachteile.

  • Nennen Sie drei verschiedene Personalauswahlinstrumente.

  • Was versteht man unter einer Stellenbeschreibung?

  • Wofür benötigen Sie ein Anforderungsprofil?

  • Welche Rolle spielt der Betriebsrat bei Einstellungen?

  • Nennen Sie fünf Inhalte eines Arbeitsvertrages.

  • Welche Rechte und Pflichten haben Arbeitnehmer und Arbeitgeber?

  • Wie kann ein Arbeitsverhältnis beendet werden?

Mögliche Fragen aus dem Bereich kaufmännische Steuerung und Kontrolle

  • Erläutern Sie den Aufbau der Kosten- und Leistungsrechnung (KLR).

  • Wie unterscheiden sich Kosten und Aufwendungen?

  • Warum dürfen Sie die Aufwendungen und Erträge der Fibu nicht ungeprüft in die KLR übernehmen?

  • Nennen Sie drei Beispiele für kalkulatorische Kosten.S. 6

  • Was versteht man unter einem Betriebsabrechnungsbogen (BAB) und wie ist dieser aufgebaut?

  • Erklären Sie, was man unter einem Deckungsbeitrag versteht und wie dieser berechnet wird.

  • Was versteht man unter dem Break-Even-Point und wie wird dieser berechnet?

  • Welche Aufgaben hat das betriebliche Controlling?

  • Erklären Sie die Begriffe Liquidität und Rentabilität.

  • Welche Finanzierungsalternativen stehen Ihnen für eine Investition zur Verfügung?

Beachte

Im Themenbereich Kaufmännische Steuerung und Kontrolle dürfen in der mündlichen Ergänzungsprüfung ausschließlich Fragen zur Kostenund Leistungsrechnung sowie zu Controlling und Finanzierung gestellt werden. Der Bereich Buchhaltung wurde bereits im ersten Teil der Abschlussprüfung geprüft und ist somit nicht mehr Bestandteil der mündlichen Ergänzungsprüfung.

Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde

  • Unterscheiden Sie Maximal- und Minimalprinzip und geben Sie jeweils ein Beispiel.

  • Was versteht man unter einem Markt?

  • Erklären Sie die Bildung des Gleichgewichtspreises.

  • Nennen Sie drei Marktformen nach der Anzahl der Marktteilnehmer.

  • Erläutern Sie die verschiedenen Konjunkturphasen.

  • Welche konjunkturfördernden/konjunkturdämpfenden Maßnahmen kann der Staat/die EZB ergreifen?

  • Erläutern Sie die verschiedenen Rechtsformen der Unternehmen.

  • Nennen Sie drei wichtige Rechtsgrundlagen für die Berufsausbildung.

  • Wie kommt ein Berufsausbildungsverhältnis zustande?

  • Was versteht man unter einem Tarifvertrag?

  • Welche Rechte hat der Betriebsrat im Unternehmen?

Wie wird die mündliche Ergänzungsprüfung gewichtet?

Laut § 15 Abs. 4 der Ausbildungsordnung wird bei der Ermittlung der neuen Note für den Prüfungsbereich das bisherige Ergebnis (also das Ergebnis der schriftlichen Prüfung) und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 gewichtet. Das bedeutet, die schriftliche Leistung zählt doppelt so viel wie die mündliche Ergänzungsprüfung. Je niedriger Deine Punktzahl im schriftlichen Teil ausfällt, desto mehr Punkte musst Du in der mündlichen Ergänzungsprüfung erreichen, um insgesamt auf die erforderliche Mindestpunktzahl zum Bestehen zu kommen. Gerade in solchen Fällen ist eine gezielte und gründliche Vorbereitung besonders wichtig, um das Prüfungsziel doch noch zu erreichen!

Schauen wir uns die Berechnung einmal an einem kleinen Rechenbeispiel an: Angenommen, Du hast im Prüfungsbereich Marketing, Vertrieb, Personalwesen und kaufmännische Steuerung und Kontrolle in der schriftlichen Prüfung 46 Punkte erzielt. In der mündlichen Ergänzungsprüfung erreichst Du 59 Punkte.

Du rechnest also: (46 • 2) + (59 • 1) : 3 = 50,33 Punkte.

Somit hast Du die erforderlichen 50 Punkte erzielt und die Prüfung bestanden.

Hättest Du jedoch nur 40 Punkte in der schriftlichen Prüfung erreicht, brauchst Du schon 70 Punkte in der mündlichen Ergänzungsprüfung, um die 50-Punkte- Hürde zu schaffen, denn: (40 • 2) + (70 • 1) : 3 = 50,00 Punkte.

Um zu bestehen, musst Du also darauf achten, dass die gewichtete Durchschnittspunktzahl aus schriftlicher Prüfung und mündlicher Ergänzungsprüfung mindestens 50 Punkte beträgt.

Fazit zur mündlichen Ergänzungsprüfung

Die mündliche Ergänzungsprüfung bietet Dir die Möglichkeit, einen nicht bestandenen Prüfungsbereich aus Teil 2 durch eine zusätzliche Prüfung doch noch zu bestehen. Allerdings erfordert sie eine gezielte Vorbereitung und starke Nerven – insbesondere dann, wenn die schriftliche Punktzahl niedrig ausgefallen ist. Denn: Nur wenn die Punkte aus der schriftlichen und der mündlichen Prüfung bei der vorgeschriebenen Gewichtung zusammen mindestens 50 ergeben, gilt der Prüfungsbereich als bestanden. Wer sich strukturiert vorbereitet, Lerndefizite gezielt aufarbeitet und auch an seiner mentalen Prüfungsstärke arbeitet, kann seine Erfolgschancen deutlich verbessern. Die Ergänzungsprüfung ist daher kein „leichter Bonus“, sondern eine echte Herausforderung – gleichzeitig aber auch eine wertvolle zweite Chance, um das Ausbildungsziel doch noch zu erreichen, ohne die schriftliche Prüfung wiederholen zu müssen.

Fundstelle(n):
IK 9/2025 Seite 2
OAAAJ-98579